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Für die Wechseljahre des Mannes finden wir in der Literatur unterschiedliche Bezeichnungen:

Andropause, Midlife Crisis, Klimakterium virile, Andropenie, Aging Male…

Gemeint ist ein Lebensabschnitt, in dem der Testosteronspiegel des Mannes rascher sinkt. Bis zu seinem 30. Lebensjahr steigt dieser an und bleibt bis etwa dem 40. Lebensjahr konstant. Die Androgene (männlichen Hormone) sind für die Entwicklung des Mannes, Aktivität, Lustempfinden und allgemeines Wohlbefinden wichtig.

Genauso wie bei der Frau ist die Hormonproduktion beim Mann abhängig von emotionaler Belastung, Stress, körperlicher Bewegung und Ernährung . Was die Wechseljahre des Mannes vor allem von denen der Frau unterscheidet ist, dass der Hormonabfall ganz allmählich geschieht - ca. um 1-2 % nimmt die Hormonproduktion jährlich ab - , so dass Wechseljahrebeschwerden selten vorkommen. Nur ca. 10-20 % aller Männer über 50 Jahren weisen einen deutlich erniedrigten Testosteronspiegel auf. Die Fruchtbarkeit des Mannes bleibt bis ca. dem 70. Lebensjahr erhalten.

Hormonersatztherapien für den Mann werden zwar immer wieder diskutiert, in der Praxis jedoch wird dieses Thema sowohl seitens der Schulmedizin als auch der Betroffenen (bisher) sehr zurückhaltend behandelt. Ob dies im Zuge des gesellschaftlichen Wandels mit dem immer stärker werdenden Wunsch nach Jugendlichkeit und Vitalität bis ins hohe Alter so bleiben wird, sei dahingestellt.

Zu den sogenannten Alterserscheinungen im Zusammenhang mit verminderter Hormonproduktion zählen beim Mann vor allem:
Nachlassen von Leistungsfähgigkeit
Gelenkschmerzen
Gewichtszunahme und Haarverlust
Reizbarkeit, Unruhe, Schlafstörungen
Abnahme von Libido/Potenzstörungen
Prostatavergrößerung

Aufgrund von sich einschleichenden körperlichen als auch psychosozialen Veränderungen können die Wechseljahre auch beim Mann zu erheblichem Leistungs- und Leidensdruck führen - allgemein als “midlife-crisis” bezeichnet. Bei einem eventuell überdurchschnittlich hohen Hormonabfall stellt sich wie bei der Frau immer die Frage nach den ursächlichen Zusammenhängen: Stress, ernährungsbedingte Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, geschwächte Leber- und Nierentätigkeit haben direkten Einfluss auf die Hormonproduktion. Aber auch psychosoziale Veränderungen wie Beziehungsprobleme oder die Angst vor Arbeitsplatzverlust. So ist z.B. zu beobachten, dass sich Potenzstörungen bessern, wenn das Gefühl wächst, eine (berufliche) als sinnvoll erlebte Aufgabe zu erfüllen.

Der Mann bleibt immer Mann. Aber er muss und will nicht mehr jeden Kampf kämpfen, vor allem nicht mehr für und um die Frau. So kann die zweite Lebenshälfte für den Mann geprägt sein von mehr oder neu gefundener Souveränität, Gelassenheit und lebendigem Engagement.